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I Predict A Graceful Expulsion

Cold Specks

I Predict A Graceful Expulsion

LabelMute - Aip
VertriebGoodtogo
VÖ-Datum18.5.2012

Auch abseits der dauerpräsenten Casting-Shows, die mit großem Spektakel über die Bildschirme des Landes flimmern, brennt ein Publikum darauf, neue Musiker oder Musikerinnen zu entdecken, die wahres Talent haben und die mit außergewöhnlichen Stimmen zu bezaubern wissen. Noch interessanter wird es, wenn man auf Künstler trifft, die quasi auch noch gleichzeitig ein neues Genre auftun. Al Spx, mit ihrem Projekt Cold Specks am Start, ist eine - glaubt man dem derzeitigen Medien- und Publikums-Echo - dieser Personen. Die erst 23 Jahre alte, aus Toronto stammende Sängerin, die aktuell in London ihr Zuhause gefunden hat, wird nicht nur eine beeindruckende Stimme nachgesagt, sondern sie präsentiert auch noch gleich das Genre Doom Soul.

Das klingt revolutionär. Allerdings zunächst nur auf dem Papier und nicht mehr so sehr, wenn die ersten Takte ihres jetzt erscheinenden Debüt-Albums I Predict A Graceful Expulsion anklingen. Denn die verheißen zunächst Singer- und Songwriter-Qualitäten, die sich auf Gesang samt Gitarrenbegleitung zu limitieren scheinen. Die Kanadierin macht allerdings schnell klar, dass das nur auf den ersten Blick Gültigkeit besitzt, denn um die Stimme scharen sich alsbald neben Gitarre, die ihre Dominanz nie ganz aufzugeben scheint, auch Streicher, Schlagzeug oder Saxophon und brechen mit der anfangs unterstellten Eindimensionalität. Sie geben den Stil-Elementen aus Gospel, Blues, Folk und Soul mehr Raum, Charakter und letztlich Individualität.

Keine Frage, am Ende von I Predict A Graceful Expulsion bleibt zu konstatieren, dass das Debüt von Cold Specks etwas Besonderes besitzt. Die Stimme von Al Spx, die rau wie individuell ist und immer auch etwas Melancholie transportiert, findet Anklang und weiß zu faszinieren. Allerdings scheint das Album an einigen Stellen zu sehr um die Gesangsqualitäten herum konstruiert zu sein, denn nicht selten bleibt der Eindruck, dass sich die Instrumente nicht ganz trauen, hervorzutreten und ihre Dynamik auszuspielen, damit die schöne Stimme immer im Vordergrund bleibt. Ob der Stil-Mix schon als neues Genre gefeiert werden sollte, bleibt fraglich; fesselnd genug bleibt das Debüt der Kanadierin dennoch und es fällt leicht, über die eine oder andere Schwäche hinwegzusehen. Ziemlich sicher lässt sich jedenfalls eine anmutige Aufnahme in so manche bestehende Plattensammlung vorherzusagen.

Tracklist:
  1. The Mark
  2. Heavy Hands
  3. Winter Solstice
  4. When The City Lights Dim
  5. Hector
  6. Holland
  7. Elephant Head
  8. Send Your Youth
  9. Blank Maps
  10. Steady
  11. Lay Me Down
Unsere Bewertung:
7 von 10
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