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Im Herzen Amerikas

Americana

Neil Young & Crazy Horse

Americana

LabelWarner
VertriebWarner
VÖ-Datum8.6.2012

"Americana" ist mittlerweile ja ein sehr weitgefächerter Begriff. Jeder Band, die nur ein Banjo in die Hand nimmt oder hier und da die Pedal Steel einsetzt, wird der Genre-Begriff "Americana" zugeschrieben. Bei Neil Young & Crazy Horse stimmt es ausnahmsweise tatsächlich: Das kanadische Urgestein und seine treuen Begleiter sind schlicht und ergreifend der Inbegriff des "Americana", spielen, leben und atmen die traditionelle Musik des nordamerikanischen Kontinents. So ist es mehr als legitim, dass ihr neuestes Werk auch den Titel Americana trägt.

Wer nun auf neue Kompositionen des Meisters hofft, wird wohl enttäuscht werden. Denn Young und seine Band haben den Titel ihres Albums durchaus ernstgenommen und alte, amerikanische Folk-Stücke neu interpretiert. Von Oh Susanna über Tom Dooley bis hin zu Jesus' Chariot ist alles dabei und nie klang amerikanisches Liedgut besser. Der brachiale, elektrische Gitarren-Sound fährt dem Hörer durch Mark und Bein, die stampfenden Drums und der dumpfe Bass leiten den Weg und Neil Young knarzt dazu in Bestform. Selbst vom Gospel inspirierte Stücke wie Get A Job beispielsweise in einer recht hohen Tonlage meistert Young mit Bravour und hinterlässt damit den Hörer staunend mit offenem Mund. Auch Wayfarin‘ Stranger intoniert der Sänger mit einer rauen Zerbrechlichkeit, die einfach nur anrührend ist. Und da Neil Young als Kanadier schließlich ein Teil des Commonwealth ist und der Queen als Staatsoberhaupt höchstpersönlich untersteht, beschließt er seine Reise durch die Weiten Nordamerikas artig und gehorsamst mit God Save The Queen – von einem imposanten Kirchenchor unterstützt.

Zwei elektrische Gitarren, Schlagzeug, Bass und Gesang: mehr gibt es auf Americana nicht. Und dennoch oder vielleicht gerade deswegen gelingt es Young meisterhaft, dem traditionellen amerikanischen Liedgut neues Leben einzuhauchen – mal kratzbürstig, mal sanft, mal wehmütig. Neil Young & Crazy Horse verstehen es auf eine ehrlich, vollkommen unprätentiöse und gleichzeitig charmante Art und Weise „Americana“ in ihrer reinsten Form wiederzubeleben. God bless Neil Young!

Tracklist:
  1. Oh Susanna
  2. Clementine
  3. Tom Dooley
  4. Gallows Pole
  5. Get A Job
  6. Travel On
  7. High Flyin' Bird
  8. Jesus' Chariot
  9. This Land Is Your Land
  10. Wayfarin' Stranger
  11. God Save The Queen
Highlights:

Clementine, Get A Job, Wayfarin' Stranger

Unsere Bewertung:
8 von 10
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