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Queens Of The Stone Age
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Sinnierstunde.

10

Supersilent

10

LabelRune Grammofon
VertriebCargo Records
VÖ-Datum15.10.2010

Absolute Reduktion ist, wofür die Stücke des Kollektivs supersilent stehen. Wer sie indes allein als Elektronikensemble begreift, liegt gerade in Bezug auf 10 ziemlich daneben. Denn die mysteriösen Sound-Tupfer, -Atmer und -Flächen, welche elf eigenwillige Unbekannte und ein erneut veröffentlichtes Stück, welches einstmals ein Bestandteil von c-6.1 gewesen ist, kombinieren, verleiht dem zaghaften und wagenden Piano eine Hauptrolle in diesem Gesamtgefüge.

Während anderen Leisetretern durchaus zumeist lediglich meditative Wiederholung gelingt, getragene Langeweile oder milde Verneigung vor dem Wohlklang, entwirft supersilent neu-tönende Mini-Epen. Gerade, wenn dann auch noch ein Blasinstrument bescheiden Melodien zaubert, erinnert 10 somit an verschiedene dieser kargen, kühlen Oden, welche der skandinavische Trompeter Nils Petter Molvaer in den Neunzigern konstruierte – zu Zeiten von Khmer.

Schöngeistig gehen indes supersilent-Stücke nicht auf. Sie hinterlassen Unentschiedenheit, weil die elektronischen Bestandteile unbestimmbar emotional wirkende Instrumentenstimmen kontern. Unaufgelöste Kälte bleibt bestehen. Oder ein Hoffnungsschimmer mündet direkt in bedrohliche Soundscapes: 10.9.

Wie ernsthafte Grübelmusik erscheint 10. Und da das Album aus sehr wenigen, wichtigen, genau erwogenen Details besteht, fordert es viel Aufmerksamkeit. Ansonsten verpufften die Ereignisse nur, die Piano-Akkorde, Synth-Raumklänge, diese unaufdringlichen, dennoch dynamischen, angespannten Klangkonstellationen.

Tracklist:
  1. 10.1
  2. 10.2
  3. 10.3
  4. 10.4
  5. 10.5
  6. 10.6
  7. 10.7
  8. 10.8
  9. 10.9
  10. 10.10
  11. 10.11
  12. 10.12
Highlights:

10.2, 10.9, 10.10

Unsere Bewertung:
6 von 10
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